Muttertagsgottesdienst als Agape-Feier

Sonntag, 13. Mai 2018

Die Gottesdienste am Muttertag werden durch die Liturgiegruppe gestaltet zum Thema "Mütterlichkeit tragen wir alle in uns". Die Feier wird als Agape-Feier gestaltet: Brot wird geteilt als Zeichen der Lebenskraft und der Liebe, die Mütter und Väter und alle Menschen einander weitergeben und schenken können. Schenkende Liebe, Anteilnahme und Mütterlichkeit sind nicht den Müttern vorbehalten, sondern werden in einer immer anonymer werdenden Gesellschaft immer wichtiger. Klar: den Frauen und Müttern gehört ein grosses Danke! Und allen, ob Frau oder Mann oder jung oder alt wünschen wir den Mut, Mütterlichkeit zu leben, heute und jetzt.

(Hinweis: dieser Gottesdienst ist keine Eucharistiefeier und wird auch nicht als Wortgottesfeier mit Kommunion gestaltet, sondern als Agape mit geteiltem Brot).

 

Zeit: 08:30 Uhr Bruderklausenkirche Sigigen

                        10:00 Uhr Pfarrkirche Ruswil

 


Muttertag ist wie ...

Muttertag ist wie… „ein Sonntag wie jeder andere…. Danke ich von Herzen meiner Mutter und bringe ihr ein Geschenk, lade sie ein zu einem feinen Mittagessen, bringe ihr Blumen… ist in der heutigen Zeit überhaupt nicht mehr „in“ – denn Mütter wollen an diesem speziellen Tag nicht mehr auf den Sockel gehoben werden, sie feiern diesen Tag als Mutter- und Vatertag“, oder es ist wie oben schon gesagt… ein Sonntag wie jeder andere auch. So etwa höre ich Antworten, wenn man nach dem „Muttertag“ fragt. Das Fest „Muttertag“ ist vor Jahrzehnten eingeführt worden, um den stillen Dienst der Hausfrauen und Mütter ins Bewusstsein der Kinder und ihren Vätern zu bringen. In der Zwischenzeit ist aber eher Unbehagen über diesen Tag aufgekommen, und dies auch speziell unter den Frauen und Müttern. Sie sind heute als Partnerinnen mitverantwortlich, nicht nur im gemeinsamen Familienleben, sondern auch in der Öffentlichkeit, in Wirtschaft, Gesellschaft, in Staat und Kirche. Und das ist auch selbstverständlich und richtig. In diesem Sinne wirkt der Muttertag heute eher nicht mehr Zeit gemäss…

 

Wir vom Liturgieteam wollten aber dem Muttertag eine noch andere Bedeutung geben und machten uns Überlegungen über das Wort Mütterlichkeit. Das Wort selber hört sich zwar in der heutigen Sprache eher etwas fremd an, etwas altmodisch, oder abgedroschen vielleicht… Aber wie länger wir über den Sinn dieses Wortes nachsinnierten, kam ein vielseitiges Bild auf und wir fragten in unserem Bekanntenkreis nach, was für sie „Mütterlichkeit“ bedeutet. „Mütterlichkeit ist wie…ein tiefes Bild von Liebe, von Geborgenheit, von getragen sein, von Fürsorge und uneingeschränkter Liebe, von Sicherheit, Zärtlichkeit, Zuneigung über alles, Umsorgen, Sorgfalt, Zuwendung, Achtsamkeit und Wohlwollen…“ Wenn ich diese Beschreibungen lese und ihnen nachspüre, dann ist das eine so riesige Fülle an Liebeszeichen, die sicher nicht nur Mütter sondern auch Väter, ja überhaupt alle Menschen einander immer wieder schenken. Diese uneingeschränkte Liebe – hat zutiefst religiöse Wurzeln, so leuchtet uns im Bild der Mütterlichkeit der liebende Gott auf. In unserer Gottesdienstfeier am Muttertag wollen wir über diese Fähigkeit der Mütterlichkeit nachdenken. Menschen annehmen, sie zu nähren und zu tragen und ihnen Geborgenheit schenken, das sind zutiefst christliche Aufgaben. Das bedeutet dann, dass jeder Mensch - ob Frau oder Mann oder Kind - ein mütterlicher Mensch sein kann und es eigentlich auch werden sollte. Mütterlichkeit ist dann nicht beschränkt auf körperliches Mutter werden. Sie ist eine Kraft des Herzens, eine göttliche Eigenschaft und die Aufgabe von uns allen, uns gegenseitig Heimat, Wohnung, ja einen guten Platz im Leben zu geben. Wertschätzung, Respekt und Toleranz und die Unterstützung, um die wir uns immer wieder neu bemühen sollen und dürfen. Das ist gelebte Mütterlichkeit – oder anders gesagt – da spürt man die Liebe von Mensch zu Mensch – und so wird die Gottesliebe sichtbar unter uns Menschen.

 

Muttertag ist wie…

 

Gertrud Müller-Jurt und das Liturgieteam Agnes Stöckli, Bernadette Stäger, Suzanne Schmid